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Eine moderne IT-Infrastruktur muss die Weiterentwicklung des Unternehmens unterstützen: neue Umgebungen bereitstellen, Ressourcen anpassen und Änderungen umsetzen, ohne die operative Kontrolle zu beeinträchtigen. Rechenkapazität bleibt wichtig. Ebenso entscheidend ist jedoch, wie Server, Netzwerke und Speicher konfiguriert und gesteuert werden.
Das softwaredefinierte Modell begegnet diesem Bedarf, indem es Automatisierung und Praktiken der Softwareentwicklung in die Infrastrukturverwaltung einbringt.
Was ist ein softwaredefiniertes Data Center?
Ein softwaredefiniertes Data Center ist eine Infrastruktur, in der Rechen-, Netzwerk- und Speicherressourcen abstrahiert und über Software verwaltet werden. Die Hardware bleibt unverzichtbar, doch viele Konfigurationsaufgaben lassen sich zentralisieren und automatisieren.
Das Modell umfasst drei Hauptkomponenten:
- Software-Defined Compute: Verwaltung von Rechenressourcen durch Virtualisierung und, in Umgebungen, die sie einsetzen, Containerisierung.
- Software-Defined Networking: Konfiguration und Steuerung des Netzwerks über Software.
- Software-Defined Storage: Speicherverwaltung durch Softwarefunktionen und Richtlinien, wodurch die Abhängigkeit von der Konfiguration einzelner Geräte reduziert wird.
Ziel ist eine konsistentere Infrastruktur, die sich leichter an die Anforderungen der Anwendungen anpassen lässt.
Infrastructure as Code: beschriebene und versionierte Konfigurationen
Infrastructure as Code (IaC) ermöglicht es, IT-Ressourcen durch Konfigurationsdateien oder Code zu beschreiben und zu verwalten. Diese Dateien können in Versionsverwaltungssystemen wie Git gespeichert, geprüft und durch automatisierte Verfahren angewendet werden.
Dieser Ansatz kann dabei helfen:
- Umgebungen reproduzierbar zu machen und nicht dokumentierte manuelle Konfigurationen zu reduzieren.
- Änderungen nachzuverfolgen und den Verlauf der Konfigurationen zu erhalten.
- Die Bereitstellung zu standardisieren, indem wiederverwendbare Vorlagen und Verfahren eingesetzt werden.
- Abweichungen zu erkennen und zu verwalten, die zwischen der vorgesehenen Konfiguration und dem tatsächlichen Zustand bestehen.
- Prüfungen und Audits zu unterstützen, indem Nachweise über die im Prozess verwalteten Änderungen verfügbar gemacht werden.
Diese Vorteile erfordern geeignete Betriebsregeln und Kontrollen. Die Versionierung des Codes allein garantiert weder, dass jede Änderung rückgängig gemacht werden kann, noch, dass die Infrastruktur die geltenden Anforderungen erfüllt.
Die Rolle von Kubernetes und Hybrid Cloud
In containerbasierten Umgebungen unterstützt Kubernetes die Orchestrierung von Anwendungen: Es verwaltet die Bereitstellung von Workloads, die Skalierung von Ressourcen und bestimmte Wiederherstellungsvorgänge gemäss den definierten Konfigurationen.
IaC kann diese Verwaltung ergänzen, indem es die erforderlichen Infrastrukturressourcen beschreibt. Beide haben unterschiedliche, sich ergänzende Rollen: Kubernetes orchestriert containerisierte Workloads, während IaC die Erstellung und Verwaltung der Infrastruktur unterstützt.
Der softwaredefinierte Ansatz ist auch in hybriden und Multicloud-Umgebungen nützlich. Dort kann er gemeinsame Praktiken für On-Premises-Infrastrukturen, Private Cloud und Public Cloud fördern. Er beseitigt jedoch weder die Unterschiede zwischen Plattformen noch macht er jede Anwendung automatisch portierbar.
Datenkontrolle und Datenschutz im Schweizer Kontext
Die technische Möglichkeit, einen Workload bereitzustellen oder zu verschieben, muss zusammen mit den Anforderungen an die verwendeten Daten bewertet werden. Für ein Schweizer Unternehmen sind bei der Auswahl der Umgebungen auch der Datenstandort, die Vertragsbedingungen und mögliche Datenübermittlungen ins Ausland zu berücksichtigen.
Bei der Bearbeitung von Personendaten ist das Bundesgesetz über den Datenschutz (DSG) einzuhalten. Zudem sind die Voraussetzungen für eine Bekanntgabe ins Ausland zu prüfen. Daraus ergibt sich keine allgemeine Pflicht, sämtliche Daten in der Schweiz zu speichern: Die Bewertung hängt vom Kontext sowie von allfälligen branchenspezifischen und vertraglichen Anforderungen ab.
Automatisierung und Policy-as-Code können die Umsetzung von Kontrollen unterstützen, ersetzen diese Bewertung jedoch nicht.
Wo beginnt man?
Der erste Schritt besteht darin, einen konkreten Umfang festzulegen: eine Umgebung, die reproduzierbar werden soll, einen wiederkehrenden Ablauf, der automatisiert werden kann, oder Konfigurationen, die standardisiert werden sollen. Anschliessend kann das Vorhaben auf Änderungsmanagement, Orchestrierung und Observability ausgeweitet werden. Ziel ist eine besser kontrollierbare Infrastruktur, in der Automatisierung die Kompetenzen des IT-Teams ergänzt.
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